Label: Sony Music
Format: CD+DVD
VÖ: 18. Mai 2012
Trackliste:
1. Unzerstörbar
2. Zwei Schritte Vor
3. Such Mich Find Mich
4. Bis Der Spiegel Zerbricht
5. Die Geister Die Ich Rief
6. Bonobo
7. Deine Eltern
8. Kleinstadtboy
9. Regen
10. Kosmonaut
11. Komm Zurück
12. Aus Meiner Haut
13. Seemannsrose
14. Unendlich
15. Fütter Mich
16. Der Tod Ist Ein Herzschlag Entfernt
Anfangs waren es die Einflüsse von EBM, Rock & New Wave, die Oomph! formten. Mit der Single „Augen Auf“ schafften es die Jungs aus Wolfsburg nicht nur an die Spitze in den Charts, sondern auch zur Band des Jahres 2007. Fünf Jahre später wollen sie, nachdem ihr Vorgängeralbum „Monster“ im Jahre 2008 nur Chartplatzierung 8 einnahm, mit „Des Wahnsinns fette Beute“ voll angreifen.
Das neue Album kommt mit rotzigen Gitarren und markanten Rhythmen daher. Das stellt man auch gleich beim ersten Song „Unzerstörbar“ fest. Hier knallt es den Hörern mit fetten Gitarren und Drums um die Ohren. Eine tiefe, böse Stimme zieht sich durch gesellschaftskritische Texte, die das ganze Album durchweg begleiten. Onanie soll blind machen? Von wegen! Das Album öffnet den Hörern die Augen und Ohren. So wird das eine Mal mit den leidigen Castingshows abgerechnet, das andere Mal mit Eltern, die ihre Kinder mit Lügenstorys durchs Leben schicken. Natürlich darf auch das Thema Liebe nicht fehlen. So wird’s in dem einen oder anderen Song etwas kuschelig und melancholischer.
Musikalisch verbindet das Album unterschiedlichste Stilrichtungen. So wird mal experimentell im Style des Sechziger-Jahre-Rock gespielt, zum Beispiel bei „Zwei Schritte vor“ oder futuristisch mit elektronischen Einflüssen wie in „Deine Eltern“. Dieser Song ist schon jetzt mein Geheimfavorit bei einem Livekonzert. Denn dieser Song wird mit soviel Inbrunst und Gefühl gesungen, dazu die eingängigen Töne, die einen an alte Oomph!-Zeiten erinnern, aber den Zuhörer gleichzeitig auch in eine weit entfernte Zukunft versetzen. Hier setzen sie wirklich alles, was sie haben, ein. Elektronische Wave-Einflüsse, tiefgründige Bässe, starke Drums, böse harte aber auch weiche gesangliche Töne runden das Gesamtpaket inhaltlich und musikalisch ab. Besonders gut gelungen ist die deutsche Version des Bronski-Beat-Smashhits „Small Town Boy“, bei Dero und Co. heißt der Song einfach „Kleinstadtboy“ und im Text wird sehr deutlich gegen die häufig immer noch verbreitete Homophobie gewettert.
Fazit: Wenn man nur nach den Texten gehen würde, könnte man meinen, Oomph! würde auf der Suche nach dem eigenen Ich und dessen Gegenstück sein. Dieser Bogen spannt sich zum Beispiel zwischen „Unzerstörbar“ und „Such mich find mich“. Doch dieser Schein trügt – Oomph! haben sich und ihr Gegenstück gefunden. Sie verkörpern in diesem Album ein noch nie dagewesenes Selbstbewusstsein, strahlen Kraft und Freude aus, welches man auf diesem Album hört. Sie sind hier vielleicht schon an der Spitze des Eisberges angekommen und haben sich noch nie experimenteller und spielfreudiger gezeigt als auf der aktuellen Scheibe.
Insgesamt wirklich ein komplexes Album mit unglaublich vielen Einflüssen, die aber im Zusammenspiel ein harmonisches Klangbild ergeben. Ähnlich wie bei einem Puzzle, jedes einzelne Puzzleteil greift in ein anderes über und alle zusammen ergeben am Ende ein gelungenes Meisterwerk.
Anspieltips: „Such mich find mich“, „Bis der Spiegel Zerbricht“, „Deine Eltern“
(c) by snab1986
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